Der Abiball ist geplant, das Abimotto steht, die Jahrbücher sind in Auftrag gegeben und die Abishirts gedruckt? Dann habt ihr ja nun genügend Zeit euch Gedanken zu machen, was nach eurem Abi passieren soll! Ihr wollt mal raus aus Deutschland und was erleben? Australien und Neuseeland sind euch aber zu alltäglich geworden und ihr wollt etwas machen, was noch nicht so viele vor euch gemacht haben? Dann passt nun einmal gut auf, denn ein immer beliebter werdendes Reiseziel für einen Work and Travel Aufenthalt ist die Kunst-, Mode- und Lifestyle Metropole: London.

Oxford Circus in London

London, die Hauptstadt Englands und gleichzeitig Anziehungspunkt für Menschen aller Herkunft, gehört zu den Städten der Welt, die man auf jeden Fall einmal im Leben besuchen sollte. 14 Millionen Menschen aus fast 250 verschiedenen Ländern leben hier Haus an Haus und sprechen insgesamt 300 verschiedene Sprachen. London hat mehr Einwohner als Schottland und Wales zusammen und ist somit die bevölkerungsreichste Stadt in Europa. Es gibt 32 Stadtbezirke, die London Boroughs, die alle sehr gut mit der Tube verknüpft und zu erreichen sind. Während die äußeren Bezirke meistens nur aus Wohnungen und Häusern bestehen, findet man im Zentrum von London die meisten Sehenswürdigkeiten, Parks, Theater und Museen. Neben den typischen Sehenswürdigkeiten, wie dem Big Ben, dem Oxford Circus und dem Buckingham Palace gibt es aber noch so viel mehr zu sehen, was in ein paar Tagen gar nicht alles entdeckt werden kann. Um euch davon zu überzeugen, dass sich London auch für einen längeren Zeitraum lohnt, haben wir hier ein paar Geheimtipps und Must-Sees für euch herausgesucht.

Big Ben London

Camden Town

Camden Town wäre wohl vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp gewesen, steht mittlerweile aber auf der To-Do Liste der meisten Touristen, die nach London kommen. Trotzdem gehört es zu den absoluten Must-Sees! Steigt man aus der Tube in Camden Town ist vermutlich jeder, der zum ersten Mal dort ankommt, geschockt: Polizisten mit Drogenhunden stehen erwartungsvoll am Ein- und Ausgang der Tube und warten auf ihren Einsatz, eine massige Menschenmenge bewegt sich in Richtung Marktplatz, laute Musik dröhnt aus den kleinen Lädchen am Straßenrand, übergroße und blinkende Figuren und Schilder hängen an den Hauswänden und Autos hupen und versuchen verzweifelt durch die engen Straße zu gelangen. Von diesem Bild sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen. Biegt man nämlich, sobald man aus dem Underground Gebäude hinauskommt, rechts ab und folgt den anderen Menschen, gelangt man, vorbei an neongrüner Reizwäsche sowie Piercing-und Tatoo Studios zu einer Brücke, die über den River Fleet, einem Nebenfluß der Themse, führt. Der River Fleet Fluß ist wirklich sehr schön, vor allem im Sommer – und ab da beginnt auch der richtige Camden Lock Market. In einem alten Pferdehospital, bei dem die kleinen Ställe in kleine Läden und Shops umfunktioniert wurden, findet man viele schöne Second Hand -, Bücher-, Schmuck- und Kunstläden. Damit sind aber keine alltäglichen Second Hand oder Schmuckläden gemeint! In Camden wohnt die pure Exzentrik – hier finden man den Style des nächsten Jahrhunderts, hier wird der Trend geboren. Nicht umsonst hat Amy Winehouse in diesem Viertel gewohnt und viele andere Künstler mit ihr.

River Fleet in Camden

Ein echter Geheimtipp des Camden Lock Market ist das kleine Vintage Café „Yumchaa“, was in mitten des mittelalterlichen Gebäude zu finden ist. Ein cremiger Chai-Latte in buntem Porzellan und dazu einen selbstgebackenen Chocolate Fudge Cake mit Schokosirup runden einen Besuch in Camden perfekt ab.

Geht man den River Fleet flussaufwärts kommt man nach einer guten Strecke nach Little Italy. Alternativ kann man aber auch mit der Tube zur Warwick Avenue fahren, von der Duffy in ihrem Lied „Warwick Avenue“ schon gesungen hat ;). In Little Italy sieht es ein wenig aus wie in Amsterdam oder eben in Italien, da viele kleine und bunte Hausboote an den Stegen angelegt haben.  Die meisten nutzen die Boote nur im Sommer, doch einige haben sich hier häuslich eingerichtet und wohnen das ganze Jahr über auf dem Wasser.

Greenwich und South London

Südlich in London gelegen findet man den Stadtteil Greenwich, der kurioserweise aber Grennitsch ausgesprochen wird. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel bei den Touristen, aber da der Stadtteil so groß ist, verläuft es sich gut. In Greenwich gibt es viel zu bewundern: Zum einen ist da das Greenwich Observatory, das auf dem Null Meridian erbaut wurde, der die Greenwich Mean Time anzeigt. Außerdem kann man das Queens House anschauen, was König Jakob I. für seine Frau erbauen ließ. Auch die University of Greenwich ist ein sehr imposantes Gebäude, was man zusammen mit dem Marinemuseum besichtigen kann. Hat man genug von der Besichtigung kann man auch einfach durch die engen, mit Kopfstein gepflasterten Gässchen spazieren und den Greenwich Market besuchen.

Ebenfalls an der Themse, aber auf der anderen Seite gelegen, befindet sich der Canary Wharf. Früher einmal ein Arbeiterviertel, ist der Canary Wharf heute das moderne Wirtschaftszentrum von London. Riesige Bürokomplexe von Banken oder anderen wichtigen und globalen Firmen haben hier ihren Sitz. Außer dem Namen, der an das frühere Handelsabkommen zwischen den kanarischen Inseln und England bestand, erinnert aber kaum etwas an die früheren Hafenarbeiten.

Themse in London

In unmittelbarer Nähe befindet sich die Tube Station Wapping. In Wapping wurden früher am „Execution Dock“ Piraten und andere Seeräuber erhängt. An einer Stelle in der Mauer kann man immer noch die Hacken sehen, an welchen die Straftäter festgemacht wurden. Sie mussten dort drei Fluten hängen bleiben!  Das sollte einerseits als Strafe für ihre Taten, aber auch als Warnung für andere Räuber, gelten. Wapping ist heutzutage genau wie der Canary Wharf ein reiches Viertel, in dem es zu wohnen sehr teuer ist. Viele neue Apartments, Hochhäuser und Shopping Center wurden gebaut, bis ins kleinste Detail überlegt und gepflegt. Ganz im Gegensatz zu den modernen Bauten steht der Pub „Captain Kidd“, der nach dem berühmten Piraten, der in Wapping gehängt wurde, benannt ist.

Ob modern, innovativ oder altmodisch, gemütlich – London vereint alle Facetten und hat seinen ganz eigenen Charme, den es sich zu entdecken lohnt. Selbst nach einem Jahr Aufenthalt in London, gibt es doch immer noch Sachen, die man nicht gesehen oder mitgemacht hat.