Auch wenn es in den USA kein klassisches Working Holiday Visum gibt, wie in Kanada, Neuseeland oder Australien, so gibt es doch die Möglichkeit das Land zu bereisen und nebenher ein wenig zu arbeiten. Bei einem Auslandsstudium, einem Auslandspraktikum, Aupair oder High School Aufenthalt, Freiwilligenarbeit oder einem Sprachkurs hat man die Möglichkeit jeweils vor oder nach dem Programm für ein paar Wochen in den USA zu bleiben und herumzureisen.

Texas LandschaftCopyright: David Spigolon

Ein sehr beliebtes Ziel für Auslandsaufenthalte in den USA ist Texas. Texas grenzt nämlich direkt an Mexico und an die amerikanischen Bundesstaaten New Mexico, Oklahoma, Arkansas und Louisiana und wird auch gerne als das Bayern der USA bezeichnet. Das liegt vor allem daran, dass Texaner sehr viel Wert auf Tradition und Lebensgefühl legen. SO gerne wie die Bayrer gerne mal ihre Trachten auspacken, so tragen die texanischen Cowboys gerne ihre Cowboy-Hüte, -stiefel und –gürtel zu jeder passenden Gelegenheit. Den vielen Cowboys hat Texas aber auch seine gute Rinderzucht, die über die Grenzen der USA bekannt ist, zu verdanken. Die Landwirtschaft ist einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren. Ende der 1990 Jahre sorgten die Erdölfunde im Land zusätzlich für wirtschaftlichen Aufschwung. Heute zählt außerdem die Informationstechnologie als eine der größten wirtschaftlichen Einnahmequellen.

Geschichte Texas

Obwohl der Wilde Westen in den Köpfen der Touristen eben dieser ist, lässt sich der Staat aufgrund seiner kulturellen Unterschiede nicht so leicht beschreiben. Die Ureinwohner Texas, die Indianer, gaben dem Staat beispielsweise seinen Namen. „Tejas“ bedeutet nämlich auf einer alten indianischen Sprache „Freundschaft“. Aber auch die Spanier hatten ihre Finger im Spiel als sie 1519 das Land eroberten und neben den sprachlichen Einflüssen auch ihre Religion hinterließen. Ein Jahrhundert später versuchten auch die Franzosen ihr Glück, wurden aber nach einigen Jahren von den Indianern und Spaniern wieder vertrieben.  Dann gehörte Texas auch mal zu Mexico und nach vielen Streitereien und Gefechten wurde es ein unabhängiger Staat, der sich dann entschloss, den USA beizutreten.

Geographie

Auch landschaftlich ist Texas sehr vielfältig – der Staat ist ja auch der zweitgrößte in den USA und hat sogar zwei verschiedene Zeitzonen. Im Norden ist das Land sehr flach und fruchtbar, daher wird hier sehr viel Viehzucht betrieben. Im Osten liegt die Küste Texas und hier finden sich viele Lagunen, Strände und Küsten. Das Gebiet ist ebenfalls sehr flach und wird daher für den Anbau von Zuckerrohr, Reis und Baumwolle genutzt. Während sich im Nordwesten das Llano Estacado, ein 1300 km langes Sandsteinplateau, befindet, wird die Landschaft in der Landesmitte vorwiegend von Weiseland und Prärie beherrscht.

Texas Hill CountryCopyright: Smalloy

Texas und seine Sehenswürdigkeiten

Aufgrund dieser Vielfalt ist Texas ein sehr beliebtes Urlaubsland dessen Sehenswürdigkeiten jährlich viele Besucher anlocken. Wer den typischen texanischen Way of Life einmal hautnah miterleben möchte, der sollte eine Farm oder Ranch besichtigen. Viele dieser Farmen bieten auch kleine Reit- oder Wanderausflüge in die umliegende Gegend an. Während der Pausen oder Picknicks wird dann echtes Cowboy-Essen auf einer Feuerstelle zubereitet. Bohnen, Speck und Brot – Guten Appetit!

Wer sich das Farmleben von früher anschauen möchte, sollte einen Abstecher in das Freilichtmuseum, den Old City Park, machen. Dort steht ein kleines Dorf mit Häusern, Farmen und einer Kirche, welche alle im Stile des 18. Jahrhunderts gebaut wurden und zeigen, wie man früher einmal gelebt hat.

Naturfans sollten sich einen Besuch im Nationalpark nicht entgehen lassen. Es gibt natürlich einige Parks in Texas, aber besonders toll ist der Guadalupe Mountains Nationalpark, der jahrelanges Jagdgebiet der Apachen war. In ihm steht der höchste Berg Texas, der Guadalupe Peak. Obwohl die Berghänge sehr kahl sind, ist die Gegend sehr fruchtbar. So kann man entlang der Flüsse viele seltene Pflanzen- und Tierarten bewundern.

Guadalupe Peak Copyright: sabertrail

Nicht weit entfernt vom Nationalpark befindet sich die Chihuahua-Wüste. Ein Teil dieser Wüste ist besonders im Sommer sehr spektakulär, da er nicht aus Sand sondern aus Gips besteht. Der Wind weht nämlich die kleinen Gipskristalle aus dem nahegelegenen Lucero See, der im Sommer austrocknet,  in die Wüste. So erhält die Wüste ihre einmalig weiße Farbe.

Chihuahua DesertCopyright: Manue@PrettyKiku

Mexikanischen Charme trifft man in dem kleinen Örtchen La Villita in San Antonio. Der historische Distrikt wurde von mexikanischen und europäischen Siedlern erbaut, was man vor allem an den unterschiedlichen Baustilen der Wohnhäuser erkennen kann.

Texas steht vor allem für Kultur, Historie und Traditionen. Aber das Land hat auch eine ganz andere Seite: Es ist beispielsweise eines der führenden Erdöl, Erdgas und Petrochemie Lieferanten, investiert in die Informationstechnologie und ist in der Weltraumforschung aktiv. Wirtschaftliche Ballungszentren und sehenswerte Ausflugsziele sind vor allem die Städte Houston, San Antonio, Dallas und natürlich Texas Hauptstadt Austin.  Austin wird zum Beispiel als Kulturmetropole bezeichnet aufgrund seiner liberalen Haltung, der vielen Studenten und der Kunstszene. Außerdem haben hier viele große und bekannte Firmen ihren Hauptsitz, dazu zählen Facebook, Dell, Apple und IBM.  In der Stadt Dallas kann man das 6th Floor Museum besuchen, von dem  aus Kennedy erschossen wurde.

Austin SkylineCopyright: StuSeeger

Um möglichst viel in Texas zu sehen, sollte man genügend Zeit mitbringen. Auch wenn das Land auf der Landkarte klein aussieht, so braucht man doch 2 Tage, um es zügig mit dem Auto zu durchqueren. Mit Gepäck auf dem Rücken und per Zug oder Bus dauert es natürlich noch ein bisschen länger. Aber wer Geduld mitbringt und alles gut durchdenkt und organisiert, der dürfte damit keine Probleme haben!