Eine der spektakulärsten Attraktionen an der Ostküste von Australien ist das Great Barrier Reef. Wir haben dieses einmalige Naturwunder einmal genauer unter die Lupe genommen und für Euch unsere Reiseexperten nach ihren eigenen Erfahrungen, Empfehlungen und Geheimtipps für Australiens Ostküste gefragt. Wer sich für eine Work and Travel Reise nach Australien interessiert oder gerade in Australien ist, der sollte nun gut aufpassen!

Strand am Great Barrier Reef

Doch zunächst einmal etwas zur Entdeckung Australiens: Als der britische Seefahrer und Entdecker James Cook 1770 mit seinem Schiff, der MS Endeavour, während seiner ersten Südseereise vor Australiens Küste auf Grund lief, wusste er noch nicht, dass er wie durch einen Zufall die weltweit größte und artenreichste Riffformation, das Great Barrier Reef, entdeckt hatte. Die Meerenge zwischen Papua Neuguinea und Australien, in der sich Cook festgefahren hatte, wird auch heute noch Endeavour-Straße genannt, genau wie das Schiff, mit dem Cook den Kontinent entdeckte. Kurioserweise war James Cook auch der, der dem Känguru, Australiens bekanntestem Tier, seinen Namen gab. Während er, um sein Schiff zu reparieren, an Land ging und eines der Beuteltiere zum ersten Mal sah, fragte er einen Aborigines wie der Name dieses seltsamen Tieres sei. Daraufhin antwortete der Eingeborene mit „Kangaroo“, was sich allerdings nicht auf den Namen des Tieres bezog sondern übersetzt ungefähr so viel heißt wie: „Ich verstehe nicht!“.

Känguru in Australien

Cooks Beschreibung zufolge war der Strand am Great Barrier Reef weiß und fein und das Wasser türkisblau und so klar, dass man auf den Grund sehen konnte. Weil diese Beschreibung so phantastisch und unvorstellbar klang, und ganz im Gegensatz zu den Stränden in Europa stand, kauften ihm viele seine Entdeckung zu Hause in England nicht ab. So nahm Cook ein zweites Mal die weite Reise auf sich und segelte zu dem Riff, um seinen Fund zu beweisen.
Doch erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Riff richtig bekannt, denn Perlentaucher entdeckten die kostbare Unterwasserwelt. Schnell entwickelte sich auch der Tourismus.

Palme am Strand

Heute ist das Great Barrier Reef ein beliebtes Ausflugsziel für Australien Urlauber. Jährlich strömen 2 Millionen Besucher zu dem mehrere Millionen Jahre alten Riff, um es zu bestaunen. Unzählige Unternehmen bieten Schiffsausflüge, Tauch- und Schnorchelgänge und Segelturns an. Auch Reisen zum Great Barrier Reef werden angeboten.
Dabei ist das Great Barrier Reef kein einzelnes Riff an der Küste vor Australien, sondern erstreckt sich über eine Länge von ca. 2500 km vom Nordosten des Kontinents bis Papua-Neuguinea. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Abstand von Neapel bis Norwegen. Es ist sogar so groß, dass es vom Weltall zu sehen ist. Insgesamt besteht das Riff aus über 2900 kleineren Riffformationen und 900 kleinen Inseln, von denen aber bisher nur 20 touristisch erschlossen wurden.
Aufgrund seiner Einmaligkeit, Schönheit und Vielfalt wurde das Great Barrier Reef zum Weltkulturerbe ernannt und wird auch gerne als 8. Weltwunder bezeichnet. Tatsächlich findet man am Riff  30 verschiedene Arten von Walen und Delphinen, über 1500 verschiedene Arten von Fischen,  6 Arten von Meeresschildkröten und 225 verschiedene Vogelarten!

Echte Geheimtipps von den Kennern

Nicht nur bei den Strandurlaubern gilt das Riff als lohnendes Ausflugsziel, sondern auch bei den Rucksacktouristen zählt es zu den absoluten Highlights. Deswegen haben wir einmal genauer bei unseren Australien-Experten nachgehorcht, was man auf jeden Fall am Great Barrier Reef sehen und machen sollte, wo man am besten Surfen gehen kann und wo man am gemütlichsten schläft.

Als echter Geheimtipp gilt die Insel Lady Elliot, die sich an der südlichsten Spitze des Great Barrier Reefs befindet und nur aus Korallen besteht. Sie ist eine von drei Inseln, auf der Gäste über Nacht bleiben dürfen – doch nur 120 Gäste dürfen sich gleichzeitig auf der Insel aufhalten! Ausschließlich mit Hilfe eines einmotorigen Kleinflugzeugs kommt man auf die ca. einen Quadratkilometer große Insel. Schnorchelnd, tauchend sowie an Bord eines der Glasbodenschiffe lässt sich die Unterwasserwelt wunderbar erkunden.

Natur am Great Barrier Reef

Spektakulär ist auch die Insel Magnetic Island, die sich vor dem Ort Townsville befindet. Bei der Namensgebung der Insel hatte wieder einmal Captain Cook seine Finger im Spiel. Da die Nadel seines Kompasses hin und her zu zucken begann als er mit seiner Crew an der Insel vorbei schipperte, glaubte er, die Insel bestünde aus Magnetstein. Allerdings lag es wohl eher an seinem defekten Kompass, denn bislang wurde noch kein Magnetit auf der Insel entdeckt.
Was auf Magnetic Island aber entdeckt wurde sind die Korallenriffe und das Watt. Außerdem gibt es einen Eukalyptuswald in dem Koalas hausen, die man auch auf den Arm nehmen und knuddeln kann. Natürlich nur im Tausch gegen ein Eukalyptusblatt! Auch kleine Baby-Alligatoren kann man streicheln – wenn man sich traut.
Auf der Insel befindet sich ein empfehlenswertes Youth Hostel, welches aus gemütlichen Holzhütten besteht und sogar schon einen Preis gewonnen hat.

Koalabär in Australien

Auch der kleine Touristenort mit dem wunderlichen Namen „Seventy-Seven“ und das 300 Seelen Dorf Agnes Water lohnen einen Besuch. Das Besondere an diesen Orten ist, dass die Küste soweit ins Meer hinausragt, dass man vom Wasser aus den Sonnenuntergang beobachten kann. Deswegen ist die Küste bei Surfern sehr beliebt. Auch wenn die touristische Infrastruktur dort noch nicht so ausgebaut ist, wird man von den Einwohnern herzlich empfangen. Es gibt auch einige schöne Youth Hostels, also steht einer Übernachtung in Seventy-Seven oder Agnes Water nichts im Wege.

Typische Touristenorte sind Cairns, Townsville, Bundaberg, Brisbane und Cooktown, in denen es alles gibt, was das Backpacker Herz begehrt: Von Surfschulen, Tauch- und Schnorchel Schulen, Riff- oder Regenwaldwanderungen bis zu Segelturns, Heißluftballonfahrten oder Whitewater Rafting.

Taucher am Great Barrier Reef

Viel zu erkunden gibt es in jedem Fall – das kann man in einem Bericht gar nicht alles erwähnen. Daher sollte man sich das Great Barrier Reef auf gar keinen Fall entgehen lassen. Vielleicht bekommt man auch die Chance auf einem der Touristen-Boote oder in einer Surfschule zu arbeiten, sodass einem mehr Zeit zum Entdecken bleibt. Und wer weiß, vielleicht wird ja auch bald eine Insel nach Euch benannt 😉