Interessanterweise ist der Drucksektor im Vereinigten Königreich einzigartig in dem Sinne, dass es sich um einen großen privaten Sektor handelt, der nach wie vor nationale Verhandlungen über mehrere Arbeitgeber betreibt. Darüber hinaus hat sich das wichtigste nationale Abkommen zu einem „Partnerschaftsabkommen“ entwickelt, das auf gegenseitiger Anerkennung und Verpflichtungen in Bezug auf den Prozess sowie auf substanziellen Ergebnissen der Arbeitsbeziehungen beruht. Industrielle Konflikte sind daher selten, trotz des Tempos des Wandels und der Wettbewerbsherausforderungen, mit denen Teile des Zeitungsverlags konfrontiert sind, obwohl Teile des Zeitungsverlags sowohl für Journalisten als auch für Druckarbeiter nach wie vor antagonistischer sind. Neben technologischen Entwicklungen und fortschreitender Globalisierung sind die Printmedien aufgrund wirtschaftlicher Faktoren in schwierigen Zeiten zu finden. In den letzten Jahren ist der Werbemarkt für traditionelle Zeitungen mit dem Wachstum der gratis-Zeitungen zurückgegangen. Kostenlose Zeitungen, die von lokalen Werbetreibenden finanziert werden und im Besitz einer begrenzten Anzahl großer Medienunternehmen sind, haben viele Werbetreibende und eine neue Generation von Lesern angezogen, die nicht bereit sind, hohe Abonnementgebühren für traditionelle Zeitungen zu zahlen. Darüber hinaus mussten die traditionellen Zeitungen ihre Abonnementgebühren erhöhen, um die geringere Werbetätigkeit und die Abonnements auszugleichen, um die Einnahmen zu erhalten. In Schweden beispielsweise hat die größte Morgenzeitung, Dagens Nyheter, 1990 80 % ihres Einkommens aus Werbung und 20 % aus Abonnements erzielt. Im Jahr 2003 waren die Werbeeinnahmen auf 63 % und die Abonnementeinnahmen auf 37 % gestiegen. In den letzten vierzig Jahren haben sich die schwedischen Abonnementpreise verdreifacht. In der Zwischenzeit haben sich gratisfreie Zeitungen wie Metro in allen europäischen Ländern positiv entwickelt.

Weitere wirtschaftliche Probleme bestehen im Bereich der Übernahmen, ein wachsendes Phänomen in Europa in den letzten Jahren. In Dänemark zeigt der Graphic Employer es Association, dass der nationale Trend darin besteht, größere Unternehmen durch Übernahmen kleinerer Unternehmen zu konsolidieren. Das prominenteste Ereignis in der Printmedienbranche der letzten Zeit war die Übernahme des Berliner Verlags im Oktober 2005 – einem Verlag im Besitz von Holtzbrinck, der unter anderem zwei Berliner Dailies veröffentlicht – durch ein Konsortium aus zwei Private-Equity-Fonds: dem Amerikaner Veronis Suhler Stevenson (VSS) und der british Mecom Group. Die Übernahme erfolgte trotz Protesten der Mitarbeiter des Berliner Verlags, die befürchteten, dass diese Übernahme letztlich zu massiven Stellenstreichungen führen würde. Bezeichnend ist, dass es das erste Mal war, dass eine deutsche Zeitung an ausländische Investoren verkauft wurde. In Österreich hat der wachsende Wettbewerbsdruck auch durch Übernahmen zu einer stärkeren Marktkonzentration geführt.