Musikstudenten und ausgewiesene Beatles-Fans verschlägt es gerne nach London. Die britische Hauptstadt ist das El Dorado für alle, die sich für die Geschichte des Rock und Pop interessieren und Originalschauplätze der Swinging Sixties besuchen möchten. Durch einen Job in einer der zahlreichen Musikkneipen oder sogar im Musikmuseum lässt sich eine kleine Londonreise finanzieren und man lernt gleichzeitig diese faszinierende Stadt an der Themse kennen, in der bis heute Musik an allen Ecken und Enden gelebt wird.

London: Big Ben© istockphoto.com/Lovattpics

Die Pilgerstätte schlechthin für Musikfans ist die Abbey Road. In der Straße im Stadtteil Westminster finden sich die berühmten Abbey Road Studios, in denen die Beatles fast alle ihre Alben aufnahmen und eines davon sogar nach der Straße benannten. In den Tonstudios des Musikriesen EMI zeichneten und zeichnen aber auch viele andere bedeutende Künstler und Orchester seit 1931 ihre Werke auf, vom London Symphony Orchestra bis hin zu Pink Floyd. Sir Edward Elges berühmte Hymne „The Land of Hope and Glory“ war die erste Tonaufnahme des Studios, viele weitere symphonischen Werke folgten, etliche davon von Yehudi Menuhin dirigiert. Weitere Größen der Rock- und Popgeschichte wie Duran Duran, die Britband Oasis oder Cliff Richard vertrauten sich dem Studio mit ihrer Arbeit an und im Laufe der Jahre entstanden in den EMI-Studios 74 Nummer-eins-Hits. Auch Soundtracks von Kino-Blockbustern wie „Der Herr der Ringe“ wurden hier aufgezeichnet.

London: Abbey Road© istockphoto.com/stuartrtaylor

Leider kann man das Tonstudio nicht von innen besichtigen, aber auch die Außenkulisse ist ein lohnenswertes Fotomotiv. Steht man auf der Straße vor den Abbey Road Studios, sieht man sich unvermittelt in das Coverbild des Beatles-Albums hineinversetzt. Bis heute stellen viele Touristen das berühmte Foto nach, indem sie wie einstmals die Fab Four den Zebrastreifen im Gänsemarsch überqueren.

Das Flair der 60er Jahre findet sich außerdem noch in der Carnaby Street in Soho, in der die Mode der Swinging Sixties geprägt wurde. Auch wenn sich heute nicht mehr allzu viel Flower Power in der Straße findet, kann man hier doch einen schönen Bummel unternehmen und in den zahlreichen kleinen Geschäften stöbern. In einigen Pubs lebt bis heute die Musikkultur von damals weiter. Das gilt auch für das berühmte Hard Rock Café am Old Lane Park in der City of Westminster. Das erste Lokal der Kette wurde 1971 eröffnet und bald zum Treffpunkt der Musikszene. Nachdem Eric Clapton seinem Status als Stammgast mit dem Hinterlassen seiner Gitarre im Café Nachdruck verlieh, vermachten auch viele andere Musiker dem Restaurant Instrumente oder andere Devotionalien. Daraus entstand schließlich die weltgrößte Sammlung von Musikexponaten, für die die Hard Rock Cafés rund um den Globus so berühmt sind.

Ein Pflichtbesuch für Musikinteressierte ist die Ausstellung „British Music Experience“, die dauerhaft in der O2-Arena in Greenwich untergebracht ist. Mehr als 600 Souvenirs der Musikgeschichte finden sich dort, darunter viele persönliche Gegenstände der Beatles, aber auch von Musikern der letzten Zeit wie Amy Winehouse oder Coldplay. Tausende von Videos und Videoclips lassen die Musikgeschichte lebendig werden, ebenso die gewaltige Bildersammlung. Das Beste an der Ausstellung ist jedoch ihr interaktiver Charakter: So kann man selbst Instrumente spielen, singen und Mischpulte bedienen. Selbst ein eigenes Musikvideo kann man aufnehmen. Das Eintrittsticket fungiert dabei als Speicher für die eigenen Aufnahmen sowie für ausgewählte Bilder, Clips und Songs aus der Sammlung. Übrigens kann man sich als Volunteer bei der British Music Experience bewerben oder als studentische Hilfskraft. Auf der Website der Ausstellung finden sich dazu weitere Informationen.

London: Beatles Ausstellung© pressbox.co.uk/British Music Experience

London ist insgesamt teuer, aber trotzdem gibt es musikalische Hörproben umsonst. Im Sommer wird der Trafalgar Square zur Open-Air-Bühne, auf der das London Symphony Orchestra oder auch mal die Pet Shop Boys spielen. Am nordöstlichen Teil des Platzes findet sich die Kirche St. Martin-in-the-Fields, in der jedermann zur Mittagszeit an bestimmten Tagen klassischer Musik und Chorgesang kostenlos lauschen kann. Bunt und munter geht es in der milden Jahreszeit auch im Hyde Park zu, wenn viele Musiker, aber auch Schausteller Kostproben ihres Könnens geben. Einfach die Picknickdecke einpacken, hinsetzen und zuhören beziehungsweise zuschauen.