Man sagt, Neuseeland sei eines der sichersten Reiseländer der Welt. Es gibt keine wilden Tiere vor denen man sich in Acht nehmen muss, wie beispielsweise in Afrika und auch keine giftigen Insekten, die einen beim Zelten überraschen könnten, wie in Australien. Somit gilt das Land der Kiwis als ein ideales Ziel für Backpacker und Weltenbummler. Und doch lauern in Neuseeland ganz andere Gefahren: Vulkane!

Mount Eden Krater in AucklandNeuseeland befindet sich auf der Grenze zwischen zwei tektonischen Platten, der australischen und der pazifischen Platte und liegt somit auch auf dem sogenannten „Ring of Fire“, dem pazifischen Feuerring. Dieser Feuerring besteht aus einem Vulkangürtel, der den pazifischen Ozean umringt. Von den weltweit rund 1500 aktiven Vulkanen sind die meisten Teil des pazifischen Feuerrings. Da sich der kleine Inselstaat Neuseeland mittendrin befindet, sind Erdbeben und auch vulkanische Aktivitäten keine Seltenheit.

Rangitoto Island bei AucklandAuckland – Eine Stadt auf Vulkanen

Die Einwohner der größten Stadt Neuseelands können nicht gerade behaupten, dass sie auf sicherem Terrain leben. Ganz im Gegenteil – das wunderschöne Auckland wurde auf einem vulkanischen Plateau erbaut. Dieses besteht aus 50, zurzeit inaktiven, Vulkanen, von denen keiner weiter als 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Der letzte und größte dieser Vulkane, Rangitoto, vor der Ostküste der Stadt, brach zuletzt vor ca. 600 Jahren aus. Heute ist Rangitoto Island, die Lavainsel, ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.

Auckland befindet sich buchstäblich auf einem Hotspot. Das beutetet, dass sich unterirdisch ein riesiger Magma-Pool befindet, der sich jederzeit wieder einen Weg an die Oberfläche bahnen kann. Leider lässt sich nicht vorhersagen, wann es eine nächste Eruption geben könnte. Fest steht allerdings: Es wird geschehen. Den Statistiken nach zu urteilen, geschieht eine Eruption in diesem Gebiet alle 5000 Jahre. Damit ihr euch als Reisende stets sicher fühlt, solltet ihr euch im Vorfeld um einen guten Reiseversicherungsschutz kümmern.

Rangitoto Island bei AucklandTongariro – aktiv und unberechenbar

Inmitten der Nordinsel Neuseelands befindet sich der Tongariro, ein Vulkan-Massiv, das aus einer Ansammlung von Vulkankegeln besteht. Hier wurden in den Jahren von 1855 bis 1897 fünf Vulkanausbrüche verzeichnet. Damals berichteten Māori, die Ureinwohner Neuseelands, von „hellen roten Flammen, die durch den Rauch stießen, so als wenn der Rauch explodieren würde und danach als Schnee zu Boden fiel“. Danach beruhigten sich die Krater allmählich und das Gebiet um den Tongariro wurde still – bis zum Jahr 2012.

115 Jahre nach dem letzten Ausbruch, spuckt der Vulkan wieder Asche und glühendes Gestein. Drei Monate später bricht der Tongariro erneut aus, ohne Vorwarnung. Verletzt wurde gottseidank niemand, dennoch musste der Flugverkehr eingestellt und einige Straßen abgesperrt werden. Seitdem gilt der Tongariro wieder als aktiv und wird von Experten genauestens beobachtet.Tongariro National ParkTrotzdem solltet ihr euch eine Reise ans andere Ende der Welt nicht entgehen lassen, denn die unterirdischen vulkanischen Aktivitäten sind nicht nur verantwortlich für Naturgefahren, sondern sie beschenken uns auch mit vielen geothermalen Naturspektakeln. Im Zentrum der geothermalen Gebiete, Rotorua, befinden sich Schlammpools, Geysire, sowie heiße Quellen und auch der Tongariro hat einiges an Naturphänomenen zu bieten. Beim Tongariro Alpine Crossing, einer Tageswanderung durch den Tongariro-Komplex, kann man atemberaubende Landschaften und smaragdfarbene Kraterseen entdecken, die es sonst wohl kein zweites Mal auf der Welt gibt.