Die häufigsten Zahlungsmittel im Euroraum sind Zahlungskarten, Überweisungen, Lastschriften und Bargeld. Während einige Zahlungsinstrumente noch die physische Handhabung von Papier erfordern, z. B. Schecks, papierbasierte Überweisungen, können immer mehr Zahlungen elektronisch mit Zahlungskarten, Online-/Mobile-Banking usw. erfolgen. Dies bot eine solide Grundlage für weitere Innovation und Entwicklung. Im Rahmen des SEPA-Projekts wurde die Zeit für die Abwicklung elektronischer grenzüberschreitender Zahlungen von drei oder mehr Werktagen auf nur einen reduziert. In der heutigen digitalen Welt, in der Waren und Dienstleistungen sofort und auf Knopfdruck verfügbar sind, erwarten viele Kunden jedoch dasselbe an Zahlungen. Die Art und Weise, wie Einzelhandelszahlungen getätigt werden, hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert.

Deshalb ist eine unserer obersten Prioritäten die Förderung der Entwicklung und des Einsatzes von Sofortzahlungslösungen auf dem europäischen Markt. Innovation kann den Prozess der Schaffung eines einheitlichen, effizienten Marktes für Zahlungsdienste in Europa vorantreiben, aber sie kann ihn auch verlangsamen, wenn es dazu führt, dass in verschiedenen Ländern unterschiedliche Dienstleistungen angeboten werden. Im Rahmen seines Mandats ist das Eurosystem – bestehend aus der EZB und den nationalen Zentralbanken des Euroraums – für die Förderung des reibungslosen Funktionierens der Zahlungssysteme verantwortlich. Wir beobachten innovationen aufmerksam und unterstützen und ermutigen in unserer Rolle als Katalysator die Zahlungsdienstleisterindustrie, sichere und effiziente Zahlungslösungen für den Euroraum zu entwickeln. Privatkundenzahlungen sind in der Regel Zahlungen zwischen Verbrauchern, Unternehmen und Behörden. Dabei kann es sich um alltägliche Verbrauchertransaktionen handelt, aber auch beispielsweise um Lohn- und Steuerzahlungen von Unternehmen. Die Einführung von Euro-Banknoten und -Münzen im Januar 2002 erleichterte es, überall im Euroraum mit Bargeld zu bezahlen, da es nicht mehr notwendig war, Währungen umzutauschen. Dies wurde jedoch nicht automatisch im Bereich der bargeldlosen Zahlungen repliziert. Die Instrumente, die für bargeldlose Zahlungen zur Verfügung stehen, sind von Land zu Land nach wie vor sehr unterschiedlich, so dass grenzüberschreitende Euro-Zahlungen umständlich, langsam und kostspielig sind.

Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) trug dazu bei, die Art und Weise, wie bargeldlose Euro-Zahlungen in ganz Europa getätigt werden, zu harmonisieren, indem die technischen, rechtlichen und marktrechtlichen Hindernisse zwischen den europäischen Ländern beseitigt wurden.