Nicole, du bist ins zweitgrößte Land der Erde – Kanada – gereist und hast dort „Work and Travel“ gemacht. Was hat dich dazu bewogen „Work and Travel“ zu machen und warum gerade in Kanada?

Ich wollte nach dem Abitur nicht direkt mit einem Studium beginnen und meine Schwester hat auch schon Work & Travel in Schottland gemacht, deshalb habe ich mich für Work and Travel entschieden. Da ich Englisch und Französisch in der Schule gelernt habe und ich beide Sprachen beibehalten wollte war Kanada ideal. Außerdem hat es mich gereizt ein Land mit viel Natur und großen Metropolen, wie Toronto und Montreal, kennen zu lernen.

Interview Work and Travel Kanada: Natur und Metropolen erlebenMit welchen Jobs hast du deine Reisekasse vor Ort aufgebessert?

Für 2 Woche habe ich als Wwoof’erin in einer Hundepension in Huntsville gearbeitet. Über Stepin ist man direkt bei Wwoof angemeldet. Ich habe dort 5 Tage die Woche ca. 4 Stunden gearbeitet und habe dafür Kost und Logis bekommen. Die meiste Zeit habe ich im Garten gearbeitet manchmal aber auch mit den Hunden. So habe ich den ersten Kontakt zu den „Einheimischen“ bekommen und wurde immer neuen Leuten vorgestellt, die mich zum Essen, Kanu fahren oder feiern eingeladen haben.

Für 4 Monate habe ich dann in Montreal in der Kantine der Nationalbank gearbeitet. Das Gebäude, ein riesiger schwarzer Wolkenkratzer, liegt direkt am Place d’Armes neben der Notre Dame. Bei der Arbeit musste ich vorwiegend Französisch sprechen und habe auch einige Wörter dazu gelernt. Obwohl es eine Vollzeitstelle war, ging alles sehr schnell. Nachdem ich per Mail eine Bewerbung geschrieben habe konnte ich mich eine Woche später persönlich vorstellen und in der nächsten Woche nach meinem Probetag direkt anfangen.

Interview Work and Travel Kanada: Natur und Metropolen erleben

Wo hast du während deines Aufenthalts gewohnt? Hattest du Kontakt zu Einheimischen? Wie würdest du die Mentalität der Kanadier beschreiben?

Zu Beginn habe ich in Hostels gewohnt. Als ich aber einen Job hatte und wusste, dass ich länger in Montreal bleiben würde, habe ich mir ein Zimmer in einer WG gesucht. Dort habe ich erst mit 2 Französinnen zusammengewohnt, später auch mit einer Kanadierin. Sie war sehr offen und während unserer Gespräche haben wir immer zwischen englisch, französisch und manchmal sogar deutsch gewechselt.

Auch während ich Wwoof’erin war, habe ich sehr viele kontaktfreudige und gastfreundliche Menschen kennengelernt.

Kanada ist ein großes Land mit pulsierenden Metropolen und einsamer Wildnis. Hattest du die Gelegenheit im Land zu reisen? Wo warst du überall und was waren die Highlights?

Ich habe meine Reise in Toronto gestartet. Die Stadt ist zwar sehr interessant und hat viele schöne Stellen, aber ich habe nach einer Woche entschieden weiter zu reisen. Es gibt viele schöne Parks, in denen man die Eichhörnchen beobachten kann. Ein Highlight für mich waren auf jeden Fall die Toronto Islands. Auch das Nachtleben hat viel zu bieten. Es gibt viele gemütliche Bars mit Livemusik oder Sportübertragungen.

Während meiner Zeit in Huntsville habe ich auch einen Ausflug in den Algonquin Provincial Park gemacht. Er ist von Seen durchzogen und eignet sich daher für Kanutouren.

Von allen Städten hat mir aber Montreal am besten gefallen. In Downtown gibt es zwar auch zahlreiche moderne Hochhäuser, aber auch gemütlich kleine Gassen. Im Herbst, dem Indian Summer, ist der Stadtteil „Old Montreal“ besonders schön, da sich die Blätter der Ahornbäume orange-rot färben. Auch der Hafen von Montreal ist toll, ein Mal konnte ich dort sogar beobachten, wie die die Aida anlegte.

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Montreal liegt in der Provinz Quebec, die Amtssprache dort ist Französisch. Wie kamst du mit der Sprache zurecht?

Da die Kanadier ihren eigenen „Slang“ haben, war es vor allem am Anfang sehr schwer sie zu verstehen. Selbst Franzosen die ich getroffen habe konnten nicht alles verstehen. Die meisten französischen Kanadier sprechen aber auch Englisch, auch wenn sie es nicht gerne machen. Also jemand der kein Französisch spricht kommt auf jeden Fall auch in Montreal zurecht.

Hast du irgendwelche Tipps für zukünftige Backpacker in Kanada?

Wer in Kanada ist, sollte auf jeden Fall Montreal gesehen haben. Die ganze Stadt ist ein Tipp: „Old Montreal“ mit den kleinen Gassen und Blick auf die Insel „Ile Sainte Helene“ oder der Ausblick vom „Mont Royal“.

Die Niagara Fälle sind natürlich auch ein Muss. Und wenn man dort ist, sollte man auf jeden Fall mit der „Maid of the Mist“ fahren. Direkt wenn das Boot startet wird man nass und wenn die Sonne scheint gibt es überall Regenbögen.