Touristen aufgepasst: Neue Gesetze zum „Freien Campen“

Neuseeland ist neben Australien eines der wenigen Länder der Erde, in denen Übernachten in der Wildnis, fernab der Campingplätze an vielen Stellen erlaubt war – bis vor Kurzem. Denn mit zunehmenden Besucherzahlen stiegen auch die Probleme und schädlichen Umwelteinwirkungen, die Wildcamper verursachten.

Campervan Reisen NZ
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Neue Gesetze und Regeln zum freien Campen in Neuseeland wurden schließlich vom Umweltminister Nick Smith auf dem jährlichen Gipfeltreffen der Wohnwagen Vereinigung in Kaiteriteri, Nelson, verkündigt: „Freies Camping ist ein wichtiger Bestandteil unserer Tourismus-Industrie und macht unseren Kiwi-Lifestyle aus aber wir können nicht tolerieren, dass unverantwortliche Camper unsere schönsten Gegenden mit menschlichen Exkrementen und Abfall verunreinigen“, machte der Minister deutlich.

Die Nummer der freien Camper habe sich im vergangenen Jahrzehnt auf 110.000 internationale Besucher und 40.000 Neuseeländer verdoppelt. Bislang hatten die 67 Bezirke des Landes ihre eigenen Regulierungen. Doch dieses System sei für Campingurlauber, die durch das Land fahren und die Bezirksgrenzen unwissentlich überschreiten würden, zu unübersichtlich. Mit den neuen Gesetzen können die Gemeinden und Städte nun einheitlich die Umwelt in ihrer Region aktiver schützen, erklärte Dr. Smith die Gesetzesänderung im August 2011.

Central Otago Campervan
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Das Gesetz regelt jetzt genau, in welchen Regionen das Campen erlaubt ist, eingeschränkt wird oder nur für Camper mit eigenen sanitären Anlagen an Bord zulässig ist und in welchen Arealen es gänzlich verboten wurde. Ein landesweites Beschilderungssystem soll das neue System durchsichtiger machen.

„Wir brauchen diese landesweite konsistente Regelung, damit freie Camper absolute Klarheit darüber haben, was verboten und was erlaubt ist. Zudem wollen wir auch den Einsatz von Selbstversorger-Campervans, die über eine Toilette verfügen, unterstützen. Denn diese dürfen weiterhin in vielen Gegenden frei campen, in denen keine öffentlichen Toiletten zur Verfügung stehen. Unser Hauptproblem sind unverantwortliche Camper, die keine mobilen sanitären Anlagen mit sich führen!“

Für illegales Campen wird eine Sofortstrafe von 200 Dollar vorgesehen. Campervan-Verleihfirmen wird auferlegt, über Kunden und Fahrstrecken Buch zu führen. Wer das Abwasser seines Campers illegal entsorgt und dabei erwischt wird, muss sogar mit einem Gerichtsverfahren und einer Strafe von bis zu 10.000 Dollar rechnen.

Campervan public Toilet
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Achtung, hier sollte man besonders wachsam sein:
Das Departement of Conservation, die Naturschutzbehörde Neuseelands, wird die Freedom Camping Regeln besonders aktiv auf öffentlichem Conservation Land kontrollieren. Ein Dorn im Auge ist den Rangern die Gegend um Wakatipu und Wanaka, Queenstown und die Southern Lakes. Neue Schilder in allen mit Fahrzeugen zugänglichen Reserves und Conservation Arealen erklären genau, wo freies Camping erlaubt und an welchen Stellen es absolut verboten ist. Das DOC schließt freies Campen nur außerhalb einer 200 Meter Grenze der eigens zum Campen eingerichteten Areale aus. Die DoC Campingplätze kosten etwa sechs bis sieben Dollar pro Erwachsener pro Nacht.

Für das Queenstown Lakes District haben jedoch die Gemeinden außerhalb der Reserves sogar ein absolutes Campingverbot ausgesprochen.

Diese zwei Schilder sollte man kennen und beachten:
Freedom Camping SignSelf Contained SignDas eine ist ein rundes „Achtung verboten!“-Schild und zeigt einen durchgestrichenen Campervan und ein durchgestrichenes Zelt. Hier ist das Campen in einem Umkreis von 200 Metern absolut verboten. Das andere viereckige blaue Schild zeigt einen weißen Campervan unter dem „self contained“ steht. Hier ist  freies Camping im Umkreis von 200 Metern für Campervans erlaubt, die eine eigene Toilette mitführen.

Die Nachricht der Regierung ist deutlich, nur verantwortungsvolles und naturverträgliches Campen ist in Neuseeland erwünscht! Das Wandern im Hinterland, das reine Parken oder kurze Stopps während langer Fahrzeiten, sind  von der neuen Regelung nicht betroffen. Wer sich unsicher ist, wo er mit dem Campervan stehen darf, kann das örtliche Informationszentrum i-site oder das Department of Conservation Visitor Centre konsultieren.

Mehr Info auch unter: http://www.camping.org.nz/new-zealand/where-to-camp-german

Entdecken Sie den Kiwi-Lifestyle doch einfach selbst und besuchen Sie uns in Neuseeland!

Dieser Artikel wurde Ihnen von Sidetracks präsentiert. Tracks, Trails & Tours in Kleingruppen abseits der Touristenrouten. Wir kennen uns aus!