Es ist ein herrliches Gefühl, das der Freiheit. Der ganze Stress kann erst einmal hinter sich gelassen werden! Die Uni wird auch ohne euch überleben, ihr habt euren Bachelor in der Tasche und könntet jetzt ins Berufsleben starten. Oder doch lieber reisen? Oder vielleicht noch einen Master-Studiengang obendrauf? Fragen über Fragen, die sich wirklich nicht leicht beantworten lassen. Kommt erst mal zur Ruhe, nehmt euch ein paar Tage frei und denkt über euren zukünftigen Lebensweg nach. Euch stehen alle Türen offen!

Das Opera House in Sydney

Sicherlich gibt es einige unter euch, die möglichst schnell arbeiten und Geld verdienen wollen. Nur zu! Ob es letztendlich eine Festanstellung, ein vorübergehender Aushilfsjob oder vielleicht ein Praktikum wird, das bleibt jedem selbst überlassen. Wer sich mit seinem Bachelor-Abschluss ausreichend qualifiziert fühlt, kann sich sofort mit anderen Gleichgesinnten ins Haifischbecken der Bewerbungsgespräche stürzen. Am Ende des Tunnels winkt der Traumjob! Der Weg bis ans Ziel mag vielleicht steinig sein, aber für ökonomisch denkende Menschen durchaus der richtige. Dabei gilt es natürlich zunächst herauszufinden, in welchem Bereich man überhaupt arbeiten möchte. Oder wo genau man seine Feierabende verbringen will: Im Heimatdorf, der nächst gelegenen Stadt oder doch im Ausland? Als Schnupperkurs – hinein ins fremdländische Arbeitsklima – würde sich doch ein Work-and-Travel-Aufenthalt anbieten, zum Beispiel in Australien, Kanada oder Neuseeland. Dort könnt ihr erstens euren Kopf mal so richtig frei bekommen, zweitens vielleicht sogar genau den Beruf austesten, in dem ihr euch später anzusiedeln gedenkt!

Wunderschöne Strände und das Meer in Australien

Unter die gleiche Kategorie – der des Ausprobierens – fällt auch ein Auslandspraktikum, bei dem ihr zwar nicht ganz so viel herumkommt, aber dennoch eure ureigenen Vorlieben und Stärken herausfinden könnt. Nutzt die Gelegenheit, lernt Land und Leute kennen, bessert eure Sprachkenntnisse auf und erwerbt internationale Berufserfahrung! Diese Zeit kann euch niemand nehmen. Besonders das Aufpolieren der Fremdsprachen kann in der Arbeitswelt von enormem Vorteil sein: Wer Sprachreisen, universitäre Kurse oder Auslandsaufenthalte vorweisen kann, lässt seine Mitbewerber schnell alt aussehen.
Doch gegen das sofortige Arbeiten, beziehungsweise das einstweilige Abtauchen ins Ausland spricht natürlich der niemals enden wollende Konkurrenzkampf auf dem Jobmarkt, den man entweder durch Glück oder bessere Qualifikationen gewinnen kann. Dabei spielt – wie bereits erwähnt – die Auslandserfahrung eine Rolle, doch hat der Bachelor-Absolvent überhaupt schon genug gelernt? Wer das Gefühl hat, zusätzliches Wissen anhäufen zu müssen oder zu wollen, der sollte sich Gedanken über einen Master-Studiengang oder ähnliche Weiterbildungsmaßnahmen machen! Es stehen hier zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl: entweder ein konsekutives Studium, das auf dem vorherigen aufbaut oder aber ihr erweitert euren Horizont, indem ihr eine völlig neue Richtung einschlagt. Gerade in kreativen Berufen kann ein möglichst breit gefächerter, theoretischer Hintergrund nicht schaden. Viele Journalisten zehren ihr Leben lang von dem in ihrer Ausbildung erworbenen Wissen und verdienen damit ihr tägliches Brot.

Australiens Landschaft

Ein weiterer Grund für das Master-Studium ist auch das niedrige Alter der Bachelor-Absolventen. Durch das G8-System an den deutschen Schulen schließen viele Studenten schon mit Anfang 20 ab, befinden sich also am Anfang ihres Erwachsenen-Daseins. Wer soll zu diesem Zeitpunkt wissen, was er sein Leben lang arbeiten möchte? Vielleicht ist eine Entscheidung solchen Ausmaßes nach dem Bachelor-Studium einfach noch zu früh. Ihr sollt die Welt erkunden dürfen, euch selbst kennen lernen und herausfinden, was euch antreibt. Erst dann kann ein nachhaltiges Urteil getroffen werden!

Wir zählen zu einer Generation, die auch „Generation Praktikum“ genannt wird, der nachgesagt wird, das sie stets trödelt und vor lauter Ablenkung nie zu Entscheidungen fähig ist. Da mag etwas dran sein! Denn welcher junge Mensch kann sich angesichts der unbegrenzten Wahlmöglichkeiten, die uns das global vernetzte 21. Jahrhundert bietet, schon auf irgendetwas festlegen? Wir leben in einer Welt, in der nichts Bestand hat: weder Innen-, noch Außenpolitik, noch das Bildungssystem, noch der Arbeitsmarkt. Banken gehen Pleite, ganze Staaten verfallen in Zustände, die an Hungersnot oder Krieg denken lassen. Dazu die ständige Reizüberflutung durch die Medien – das Fernsehen leuchtet den Weg – und in jeder erdenklichen Lebenslage: im Supermarkt, im Restaurant, bei der Auswahl der Kurse an der Uni. Wer trotz all dieser Umstände dann endlich sein Bachelor-Zeugnis in Händen hält, sollte nicht von allen Seiten sofort zu einer erneuten Entscheidung gedrängt werden. „Gut Ding will Weile haben“, heißt es so schön in einem Sprichwort. Das sollte vielleicht nicht nur für die Wahl des zukünftigen Lebensweges gelten. Etwas mehr überlegtes Handeln und etwas weniger Kurzschlussreaktionen würden die Welt ein Stück weit verbessern! Also nehmt euch die Zeit, die ihr braucht, um zu entscheiden, wie es für euch weitergehen soll. Denn nur ihr müsst damit bis an euer Lebensende zurechtkommen.