Mitte 2012 war es endlich so weit, es ging los, zur langersehnten Reise nach Australien. Keine reine Urlaubsreise, sondern eine sog. Work and Travel Reise, denn irgendwie musste sich das Ganze ja finanzieren lassen und nur irgendwo abhängen ist eh nicht so mein Fall.

Stopover Bali: Strand bei KutaUrsprünglich wollte ich möglichst direkt von Deutschland nach Australien fliegen um die Zeit dort intensiv nutzen zu können. Aber es gab da ein Reiseziel, das ich schon lange mal besuchen wollte und zwar die Insel Bali.

Die ist Teil von Indonesien und somit fast auf dem Weg nach Australien, ein Abstecher ist also nicht ganz unlogisch. Einfach nur so nach Bali zu reisen, war mir bisher zu teuer, aber auf diese Art und Weise kostete der Flug über Bali nur unwesentlich mehr als wenn ich gleich nach Australien geflogen wäre. Und auf Bali selbst sind die Kosten nicht so hoch, das gab die Urlaubskasse gerade noch her.

Wenn man nicht den Fehler macht und im Süden der Insel bleibt, denn dort sind die Touristen und die Hotels in Urlaubsorten wie Kuta, Sanur oder Nusa Dua sind fast so teuer wie in Deutschland, manchmal sogar noch teurer. Das musste ich bei der Planung schnell feststellen, diese Region fiel also gleich aus dem Raster.

Dafür hat man dort dann Bars, Diskotheken, Clubs, westliches Essen an jeder Ecke und jede Menge Shops mit überteuerten Souvenirs. Nichts für mich, ich wollte sowieso das echte Bali erleben und nicht die Kulisse für Touristen. Und eine fix-und-foxi-Pauschalreise brauchte ich auch nicht.

All zu viel wusste ich ja zunächst nicht von der Insel, ich hatte einen schon recht alten Reiseführer und das wars. Zum Glück gibt es das Internet und da fand ich jede Menge Infos, wobei alles ausserhalb der Touristengebiete schon ein wenig Suche erforderte. Die meisten Infos fand ich auf Sunda-Spirit.com (hießen damals noch reiseinfo-bali.de).

Dort gibt es zu jeder Region Balis und den einzelnen Orten eine Menge Information, so fand ich mich langsam zurecht und es kristallisierte sich ein Plan heraus. Zwei Wochen Zeit wollte ich mir dafür nehmen und in dieser Zeit möglichst viel von Bali sehen. Aber nun der Reihe nach.

Die Ankunft erfolgte zwangsläufig im Süden, denn dort liegt der internationale Flughafen. Wobei der hierzulande eher als Provinzflughafen durchgehen würde, aber Bali ist ja auch nicht so riesig. Ein wenig geschlaucht kam ich dort an, nach immerhin schon 16 Flugstunden plus Aufenthalt mit Umsteigen in Doha.

Stopover Bali: Holzschnitzereien

Die Einreise dauerte dann noch mal eine Dreiviertelstunde, man muss sich direkt am Flughafen ein Visum kaufen, das dann 30 Tage gilt und damit durch die Einreisekontrolle. Der Beamte am Schalter war offenbar in Plauderstimmung und so ging es langsam aber durchaus entspannt voran. Das änderte sich dann beim Verlassen der Halle.

Scheinbar hatten sich alle Taxifahrer der ganzen Insel verabredet, mich lautstark zu begrüßen und ihre Dienste anzubieten. Nicht unfreundlich aber nach dem langen Flug eine Nervenprobe. Zum Glück hatte das Hotel einen Fahrer geschickt, der sich mit Schild und freundlichem Lächeln bemerkbar machte.

Die erste Nacht hatte ich in Kuta gebucht, das war zwar nicht billig, aber dafür musste ich jetzt nicht noch über die halbe Insel fahren. Nach 15 Minuten waren wir am Hotel und ich konnte mein Zimmer beziehen. Wenngleich ich auch nicht viel davon hatte, denn es wurde schon dunkel und ich wollte nur noch ins Bett.

Am nächsten Morgen sollte es Richtung Padang Bai gehen, einer kleinen Stadt an der Ostküste. Dort hatte ich im Web ein kleines Gästehaus entdeckt, das recht günstig war und für fünf Nächte mein neues Heim werden sollte.

Der Fahrer wurde vom Hotel organisiert und war ein netter Kerl, der offenbar nur darauf gewartet hatte, sein recht passables Englisch an jemandem auszuprobieren. Die Fahrt dauerte einige Stunden und wir unterhielten uns die ganze Zeit über sehr angeregt. Neben Lebensgeschichte und alles über seine Familie erfuhr ich auf diese Weise mehr über Bali als jeder Reiseführer vermitteln könnte.

Dazu die grandiose Landschaft, auf der einen Seite das tiefblaue Meer und auf der anderen Dörfer, Dschungel, Tempel und jede Menge Leben. Ich genoss die Fahrt in vollen Zügen, obwohl ich Autofahren sonst eher langweilig finde.

Das Gästehaus war einfach, aber es hatte alles was man braucht und so konnte ich die nächsten Tage die Gegend erkunden und vor allem auch den Strand und das warme Meer. Denn Bali ist tropisch, die Temperaturen liegen immer so um die 30 Grad und entsprechend warm ist auch das Wasser.

Nach Padang Bai stand ein kleiner Ort namens Amed auf der Reiseroute, im Nordosten und auch am Meer gelegen. Hier gab es noch weniger Touristen als in Padang Bai, ich hatte die Bucht meiner Wahl manchmal ganz für mich alleine. Wer unbedingt einen Sandstrand braucht, der sollte sich in Amed im Hotel erkundigen. Denn der Ort ist sehr langgezogen und umfasst einen ganzen Haufen Buchten. Nur manche haben Sand, die anderen Kies.

Es gibt hier übrigens keinen Geldautomaten, eine Info die ich auch den Leuten von Sunda Spirit zu verdanken habe. Ein paar holländische Reisende standen ziemlich blöd da, als ihnen das Bargeld ausging. Sie mussten fast eine Stunde lang bis in die Stadt Amlapura fahren um wieder flüssig zu sein. Ich hatte vorgesorgt.

Stopover Bali: Straße in Amed

Aber ansonsten hatte das Örtchen das Potential zum Lieblingsort, ich wollte gar nicht mehr weg. Lauter kleine Hotels und noch kleinere Bars. Und dazu die Anwohner die einen gleich in den Familienkreis aufnehmen, wenn man denn möchte. Auf der Seite von Sunda Spirit gibt es übrigens Bilder von Amed, schaut da unbedingt mal rein …

Von Amed aus wollte ich ins Zentrum Balis weiterreisen. Rund um die Stadt Ubud sind nämlich unglaublich viele Künstler zuhause, vom Maler über Bildhauer bis zum Schnitzer und Musiker. Das versprach kulturell sehr interessant zu werden und ich wurde nicht enttäuscht.

Zwar ist Ubud an sich schon wieder recht touristisch aber etwas ausserhalb ist das echte Bali zu finden und wenn ich mehr Geld gehabt hätte, hätte ich mir vielleicht eine der eindrucksvollen Schnitzereien gekauft. Die sind eigentlich nicht teuer, aber der Transport nach Deutschland hätte mich vermutlich ruiniert.

Wäre es nach mir gegangen und hätte nicht Australien gelockt, wäre ich auf Bali geblieben. Die Insel ist wirklich faszinierend, ich komme auf jeden Fall wieder, denn es gibt noch so viel zu sehen.

Bali ist als Reiseziel auch für Backpacker geeignet. Überall wird Englisch gesprochen und Unterkünfte finden sich auch immer. Genauso wie Fahrer, Tourguides oder einfach nur Anwohner die gerne plaudern und einem schon mal spontan einen Tempel zeigen, den man sonst übersehen hätte.

Die Einreise ist wie schon geschrieben problemlos, das Visum gibt es direkt am Flughafen. Besonders schlimme Krankheiten sind auch nicht im Umlauf und Kriminalität gibt es kaum. Das Wetter ist tropisch, lediglich eine Regenzeit gibt es in der es etwas feuchter werden kann. Alles in allem eine runde Sache und sehr zu empfehlen.

1 KOMMENTAR

  1. Danke für deinen Bericht 🙂 In Bali hast du aber nicht gearbeitet, oder? Würde auch gerne dahin, zum Work and Travel aber ich sehe keine guten Chancen zum Arbeiten dort.

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